Kurztexte



Verlorene Nacht

Tränen rennen über ihr Gesicht. Von den Augen über die Nase, die Wangen und teils das Kinn hinunter. Ins weiche Kopfkissen. Egal wie sie sich auch zusammenreißen will, dass es aufhört, es will nicht funktionieren. Im Gegenteil. Jedes Mal wird es schlimmer.

Schluchzer unterdrückt sie in dem gleichen Kissen. Niemand soll mitbekommen, wie beschissen es ihr geht. Es geht niemanden etwas an.

Sie kann es nicht fassen. War das alles nur ein schöner Traum? Das ganze letzte Jahr?

Bauchschmerzen quälen sie. Sie sollen aufhören.

Hatte sie sich das alles wirklich nur eingebildet?

Seine wunderbare Zuneigung, die zärtlichen Küsse, seine süßen Komplimente und seine Gefühle? Alles nur Einbildung?

Sie konnte sich das alles nicht vorstellen. Sie wollte es nicht. Alles war so schön gewesen, und jetzt das…

Was hatte sie falsch gemacht? Sie wusste es nicht, doch er sprach auch nicht groß mit ihr darüber.

Weshalb auch? Es war doch alles gesagt.

Meinte er. Für sie konnte er noch nie genug sagen. Sie wollte nicht, dass es so endete. Ein Ende, das sie nicht zu verstehen wusste.

Tränen und Schluchzer verschwanden im Kopfkissen, und alles was blieb, waren brennende Augen, ein gereizter Hals und ein Bauch, der keine Schmetterlinge zu produzieren wusste, sondern nur noch Krämpfe, als sie einschlief und an die guten Seiten des letzten Jahres zurückdachte, als er noch so war, wie er gewesen war, als sie sich in ihn verliebt hatte. Als er sie noch zu lieben schien wie sie ihn liebte.













































Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

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