Kurztexte



Zumindest Küssen

Und er drehte sich einfach weg. 
Einfach so, als sei nichts gewesen.

Und wäre ich heute damals dort, ich würde so viel anders machen.
Ich würde rufen: „Dash, bleib hier! Geh nicht weg! Ich brauche dich!“
Ich würde ihm hinterherrennen, ihm sagen, dass alles wieder besser wird.
Würde ihm Zeit und Raum lassen.
Und ihn küssen.
Zumindest würde ich ihn küssen.
Und auch wenn alles so werden würde, wie es jetzt ist, würde ich ihn einfach nur küssen.
In dem Gedanken, dass ich es das letzte Mal tue.
Ihn das letzte Mal spüre.
Ihm das letzte Mal nah bin.
Ihn küssen.
Ich glaube, das war das Größte.
Seine Küsse.
Ich kann mich an so vieles erinnern, aber das hält mein Gedächtnis vor mir verborgen.
Seine Küsse.
An den ersten Kuss mit ihm kann ich mich noch erinnern.
Er war atemberaubend. Schlug ein wie eine Bombe.
War das Größte.
Und dann? Dann ließ ich ihn einfach so gehen.
Einfach so.
Nichts ahnend.
Als wäre alles wie immer.
Ach, könnte ich es doch bloß ändern.
Ich würde ihn zumindest küssen…


~Ann-Kathrin Kälberer *2.12.16~








































Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

Text & Design © 2012-2017 by &
Impressum