Kurztexte



Fassade

Wenn du genau weißt, dass das, was du vorgibst zu sein, nur deine Fassade ist, die dir Schutz bietet vor Hohn und Schmerz, dann weißt du auch, dass du im Inneren so verletzlich bist, als wärest du ein Neugeborenes, das Schutz braucht. Du brauchst Schutz vor den Worten, die dir Schmerzen zufügen, dich in die Knie zwingen und dich so zerstören können, dass dich niemand mehr retten kann. Dein Inneres wird immer mehr zu einem Wrack, während dein Äußeres vorgibt, alles sei in bester Ordnung. Als ginge es dir gut.

Bald kennt niemand mehr das, was du wirklich bist, sondern nur noch deine Mauer, die du errichtet hast. Du kannst niemandem mehr vertrauen - nicht einmal mehr dir selbst. Du versuchst dich zu verstellen, dich zu dem zu machen, was deine Fassade vorgibt zu sein. Doch dadurch verstümmelst du dich nur noch weiter. Weinst die Nächte durch, obwohl du dir gesagt hast, du dürftest nicht weinen - dürftest keine Schwäche zeigen. Liegst irgendwann in deinem Bett und weinst nicht mehr, denn immer wieder erscheinen diese Worte vor deinem Auge: »Du darfst nicht weinen. Schwäche zeigen ist schlecht.«

Du gehst an diesen Dingen kaputt. Irgendwann wirst du nur noch eine wandelnde Hülle sein, die ein Wrack beinhaltet, das so zerstört und unerreichbar ist, dass es nicht mehr geht, es zu reparieren.

Deine Hülle wird weiterleben, doch dein Inneres ist von Tag zu Tag mehr gestorben...


~ Rebecca Cowly * 27.01.2014 ~



















































Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

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