Kurztexte



Eine Woche

Eng umschlungen standen wir einfach nur da. Keiner von uns beiden wollte loslassen. Wieso auch? Das hieße nur wieder Vermissen. Oh, wie ich Vermissen hasste.

Das hieß immer, dass er dann nicht mehr da war, dass seine Wärme gehen würde und dass ich wieder alleine hier stände – einzig und allein mit dem Gedanken an ihn.

Ich wäre wieder ohne seinen Geruch, sein Lächeln, seine Augen, seine ganze Art (und Weise?), einfach ohne ihn. Mein Griff um ihn wurde fester/enger (?).

„Schatz, ich muss nun wirklich“, flüsterte er leise in mein Ohr, doch seine Hände unterstützten seine Aussage in keiner Weise. Stattdessen drückte er mich noch stärker an sich und vergrub seine Nase in meinen Haaren.

„Ich will nicht gehen müssen“, seufzte er leise.

„Ich weiß. Ich weiß…“, murmelte ich und legte meinen Kopf an seine Brust.

In schnellem Tempo hörte/spürte ich sein Herz schlagen, was in gewisser Weise beruhigend auf mich wirkte.
Nein, ich konnte ihn doch jetzt nicht gehen lassen!

„Es wird nur eine Woche sein. Dann bin ich wieder da“, versuchte er mir Hoffnung und Optimismus einzureden.

„Eine Woche…“, seufzte ich. „Eine verdammte Woche!“, rief ich aus. „Wie soll ich das bitte ohne dich überleben?“, murmelte ich wieder in sein T-Shirt.

„Ganz einfach: so wie ich. Ein- und Ausatmen, zu den Mahlzeiten essen und trinken und gelegentlich schlafen.“ Ein spitzbübisches Grinsen umspielte seine Lippen und am liebsten hätte ich ihn dafür geschlagen, aber dafür war keine Zeit, denn kaum hatte ich mich versehen, hatte er stürmisch meine Lippen erobert und mich damit vollends außer Gefecht gesetzt.



- Ann-Kathrin Kälberer *19.06.2014 -









































Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

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