Kurztexte



Just a Dream

Wache schweißgebadet auf. Der Traum war so real und wunderbar, gleichzeitig aber auch so unerreichbar gewesen, dass mir eine einzelne Träne über mein Gesicht läuft.

Nachdem ich aufgestanden bin, wieder alleine gefrühstückt und mich fertig gemacht habe, steige ich in mein Auto und fahre los.

Ich achte gar nicht sonderlich darauf, wohin ich fahre. Hauptsache weit weg. Die Landschaft rast an meinem Fenster vorbei.

Ich muss nicht zur Arbeit – zu was Samstage doch so gut sind. An den Wochentagen bin ich immer viel zu gestresst, als dass ich zu solch einer weiten Fahrt noch in der Lage wäre.

Nach einer halben Stunde finde ich mich an meiner ehemaligen Lieblingsstelle wieder. Sie war es so lange gewesen. Bis zu dem Tag, an dem ich meine große Liebe verloren habe.

Ich habe sie so sehr geliebt, wie ich es nie zuvor getan habe und wohl auch nie wieder werde.

Doch meine Liebe war scheinbar nicht genug.

Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, doch ich weiß, dass meine Gefühle sich nicht geändert haben. Ich hoffe zwar, dass ich irgendwann wieder lieben kann, doch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich irgendwann doch wieder mit ihr zusammen sein kann.

 

Wie aus Reflex greife ich in meine Hosentasche, in welcher sich mein Handy befindet. Ich bekomme das Bedürfnis, sie anzurufen. Ihr meine Liebe gestehen. Ich möchte sie wieder bei mir haben, ihr durch ihr wunderbares Haares fahren, meinen immer schneller werdenden Herzschlag spüren, wenn sie vor mir steht.

Das Wissen, dass sie das Herzblatt eines anderen Mannes werden könnte, bringt mich beinahe um. Sie soll nur mir gehören und zu niemandem anderen.

Mein Traum der vergangenen Nacht kommt mir wieder in Erinnerung. Er handelte von dem Tag, an dem sie fortgegangen ist. Der Tag, der mein Leben verändern sollte, doch nicht so, wie er es schlussendlich tat.

Der Tag, an dem ich sie fragen wollte, ob sie mich heiraten will.

Ich hatte alles so schön hingerichtet, alles bereits seit Wochen geplant, doch plötzlich war sie nicht mehr da. Es war der letzte Tag, an dem ich sie gesehen habe und sie in meinen Armen aufgewacht ist. Das einzige, was übrig geblieben ist, war der Zettel, der am Kühlschrank hing:

»I’m sorry, Honey. But it was only a dream.«

~Ann-Kathrin Kälberer *2013~

 





























Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

Text & Design © 2012-2017 by &
Impressum