Kurztexte



Biest [Du und ich]

Wie soll  man etwas Positives schreiben, wenn man nur noch negative Gedanken hat?
Wenn alles, was man positives denkt, viel zu unrealistisch ist, als dass es es wert wäre, auf Papier gebracht zu werden.
Wenn alles, was ich zu Blatt bringen könnte, doch am Ende nur von dir handeln würde – einer Person, die ich mir zusammenspinne aus Hirngespinsten und Tagträumereien.

Ich könnte schreiben: „Oh, welch schöner Baum“, doch fühlen würde ich die Berührung von dir, während wir unter diesem Baum  sitzen und du mich im Arm hältst und mich wärmst.
Ich könnte schreiben: „Der Himmel schien so tief“, doch sehen würde ich in meinem Inneren nur deine Augen, in denen ich mich viel zu oft verloren hab.
Ich könnte schreiben: „Und sie liebte ihn bis in alle Ewigkeit“, doch egal wie ich sie und ihn auch benenne und anders erscheinen lasse – am Ende stelle ich mir doch nur uns vor.

Ich könnte natürlich auch über irgendetwas Oberflächliches schreiben, wie zum Beispiel die Relativitätstheorie, aber du und ich wissen, dass ich über so etwas um diese Uhrzeit nicht schreiben kann.
Weil meine Gedanken wieder Achterbahn fahren.
Weil alles Sinn macht und gleichzeitig doch auch nicht.

Wieso bist du nicht hier?
Wieso bin ich hier und alleine?
Wieso hab ich den größten Fehler meines Lebens gemacht und dich fortgeschickt.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ich die Zeit zurückdrehen könnte.

Ich war ein Biest.
Ein eiskaltes Biest.
Und ich weiß, dass du denken musst, dass ich es immer noch bin.
Stoße jeden von mir – aber sie erinnern mich einfach zu sehr daran, dass ich das Beste für mich schon hatte und dann von mir gestoßen hab.
Melde mich nicht – weil ich nicht weiß, ob du überhaupt noch was von mir hören willst. Bin doch so kompliziert und was auch immer.
Renne vor allem weg – weil ich nie gelernt hab, mich meinen Problemen zu stellen.

Kämst du zurück – und ständest du einfach nur vor meiner Tür – ich würde dich willkommen heißen. Egal was deine Absichten sind. Egal, was dich dazu geritten hat.

Denn eins weiß ich. Die große Liebe, die vergisst man nicht. Und das Herz vergisst sie bestimmt nicht.

Und ich habe die böse Vorahnung, dass ich dich niemals hassen kann.

Denn ich weiß eins: Ich liebe dich.
Es tut mir leid.

 

 

~ Rebecca Cowly * 21. Mai 2017 ~







































Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

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