Kurztexte



Angekommen

Mir ist egal, was die anderen dazu sagen. Und wenn mich auch alle dafür hassen, aber für mich seid ihr die Besten.
Ihr seid die, die mein Leben - und ist es auch noch so beschissen manchmal - um einiges erhellen.
Ihr könnt mich zum Lachen bringen, wenn ich eigentlich heulen möchte.
Ihr wisst genau, wo meine Stärken liegen und bei was ich total untergehe.
Ihr habt den Teil von meinem Inneren entdeckt und gesehen, von dem ich bisher keinen blassen Schimmer hatte.

Doch warum werdet ihr, die mir die Lebensfreude gebt; die mir die Kraft gebt, morgens aufzustehen und in die Schule zu gehen; warum werdet ausgerechnet ihr so fertig gemacht?
Nur weil ihr mit mir befreundet seid? Weil ihr mir helft, den Alltag, der von den anderen erst so beknackt gemacht wird, zu überstehen?
Wo ist hier der Sinn? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Wieso muss so etwas immer mir und damit auch euch passieren?

Ich will euch da gar nicht mit reinziehen, doch ihr lasst mich nicht alleine. Andere hätten sich gleich von Anfang an von mir abgewandt; Aber was kann ich dafür, dass ich nun mal so bin, wie ich bin?
Ihr habt mich nicht auf mein Äußeres hinabgestuft, habt mich dafür gemocht, was ich wirklich in meinem Inneren bin; Das kleine Mädchen, das Angst hat vorm Erwachsen werden. Das davor Bange hat, auf eigenen Füßen zu stehen und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Der Freak, der alles immer auf den Kopf stellt, was andere oder wir aufgestellt haben und dabei immer alles vollkommen durcheinander bringt. Doch euch hat das nichts ausgemacht. Ihr habt mir trotzdem den Halt gegeben, den ich brauchte. Und ihr gebt ihn mir immer noch. Tag für Tag.
Ihr verteidigt mich, wenn wieder irgendwer behauptet, ich sei Magersüchtig oder hätte sonst eine Krankheit. Ihr wisst wie ich mich fühle, wenn ich wieder als Streber, der den ganzen Notendurchschnitt kaputt macht, dargestellt und so behandelt werde, als sei ich der letzte Haufen Dreck.
Bei euch kann ich mich an der Schulter ausheulen, wenn ich wieder auf dem totalen Tiefpunkt angekommen bin.
Ihr wisst, dass ich eigentlich nicht depressiv bin, aber dass andere mich immer wieder so niedermachen, dass mir nichts mehr anderes übrig bleibt.
Doch auch diese Hürde werden wir überwinden. Zusammen.

Da können die Anderen noch so viel sagen; Wir halten zusammen wie ein Atom. Unzerstörbar.

Vielleicht werden wir irgendwann auseinander gehen, unseren eigenen individuellen Weg gehen, doch vollkommen aus den Augen verlieren werden wir uns hoffentlich nie.
Kommen später vielleicht einmal im Jahr dann zusammen und reden über unser Leben, das die Anderen nicht haben.
Und vielleicht werden diese Anderen irgendwann einmal erkennen, dass sie uns durch ihr Mobbing nicht auseinander gebracht, sondern nur noch mehr zusammen geschweißt haben.

Möglicherweise tragen wir auch einige Narben mit davon - sichtbare und unsichtbare, die lediglich auf unserer Seele existieren und die nicht jeder sieht -, doch wir haben Freunde, auf die man sich verlassen kann - wie aussichtslos es manchmal auch aussieht.

Danke Leute, dass ihr mir das Gefühl gebt, angekommen zu sein.





























Zuletzt geändert: 22.05.2017 09:59:05

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